Ey Mark, du triggerst mich bis nach Meppen und zurück! Deswegen mache ich Schluss!

Leute, et is soweit. Ich verlasse Instagram!

Jaaaaa, du hast richtig gehört! Und du denkst jetzt wahrscheinlich: WAS SOLL DAS? Bist du irre, Tessa?

NEIN, ganz im Gegenteil! Das ist mit die beste Entscheidung, die ich in den letzten Wochen und Monaten getroffen haben. Denn es tut mir nicht gut. Ich fühle mich nicht wohl. Ich fühle mich unter Druck gesetzt. Und der hohe Suchtfaktor trägt nicht zu meiner seelischen und körperlichen Gesundheit bei.

Meine LIVMOR (das norwegische Wort für Gebärmutter/LEBENSMUTTER) reagiert extrem auf chronischen Stress und patriarchale/narzisstische Systeme. Ich entwickel dann wieder dysfunktionelle Blutungen und das macht einfach keinen Spaß. Aber wem erzähle ich das? Du liest das hier wahrscheinlich, weil du Endo oder Adeno kennst oder vielleicht andere körperliche Beschwerden hast.

Und Instagram ist ein narzisstisches System. Hinzukommt, dass Meta jetzt gemeinsame Sache mit Trump und Co machen will und das hat mir nun wirklich den letzten Rest gegeben: Das kann ich mit meinen wichtigsten Werten nicht vereinbaren

  • Selbstfürsorge
  • Achtsamkeit
  • moderner Feminismus

Versteht mich nicht falsch, ich liebe Männer. Oder sagen wir: ich liebe Menschen! Aber eben nicht die narzisstischen. Die machen mich krank. Die machen die Natur krank. Die machen unsere Gesellschaft krank. Nicht mit mir!

Einmal Suchti, immer Suchti?

Einige von euch wissen es bereits, ich habe vergänglich meinen traumatischen Schmerz gerne in Parties und Alkohol ertränkt. Seit 2016 allerdings nicht mehr. Da habe ich auch schon eine wichtige Entscheidung getroffen und SCHLUSS GEMACHT. Schluss gemacht, mit dem Alkohol. Und seither bin ich auf meiner Reise… mit auf und abs, aber stetig immer mehr zu mir selbst.

Ich saß vor ein paar Tagen bei meiner Therapeutin und habe ihr von Weihnachten und Neujahr erzählt. Und dass ich mich so auf Weihnachten gefreut hatte, weil ich da endlich mal ganz viel Ruhe und Zeit nur für MICH hatte. Aber was habe ich getan? Gearbeitet. Gearbeitet. Gearbeitet.

Da wurde es mir klar! Ich habe meine Alkoholsucht einfach mit der Arbeitssucht ausgetauscht. Getriebensein mit fast schon wahnhafter Kreativität bis mitten in die Nacht.

Ich habe vor ein paar Jahren mit meiner Selbstständigkeit auf Instagram angefangen, weil es mir nicht gut ging. Mir ging es nicht gut in der Festanstellung. Und die Selbstständigkeit war der AUSWEG für mich. Der innere FLUCHTWEG! Und was nicht gesund angefangen hat, kann auch nicht gesund wachsen.

Getrieben. Gestresst. Hochfunktional. Ein Trauma-Modus, der von der Gesellschaft gerne gesehen wird. Schließlich ist unsere Gesellschaft darauf ausgelegt, Kapital zu maximieren, nicht still zu stehen und permanente Leistung zu erbringen. The good old Leistungsgesellschaft. Aber dieser Modus ist nicht gesund. Chronische Cortisol-Ausschüttung, die meine Hormonbalance wieder aus dem Gleichgewicht brachte und für erneute Endo- und Adeno-Symptomen sorgte.

Aber damit ist jetzt Schluss!

Wie geht es weiter?

Seitdem ich das erkannt habe, geht es mir wesentlich besser! Ich tanze plötzlich wieder durch meine Wohnung. Fühle mich frei, leicht und verbunden mit mir und meinem Körper. So, wie ich mich 6 Monate lang auf Baltrum gefühlt habe, als ich mir eine Auszeit nahm, um Zimmer in einem Yoga-Hotel zu putzen.

Nun brauche ich erst einmal etwas Pause, um mich zu sortieren und mein Business online aber ohne Social Media aufzubauen. Es wird weiterhin den Newsletter geben. Der Newsletter ist allgemeiner gefasst, da spreche ich nicht nur über Endometriose.

Spezifischer um Endo und chronischen Stress/Trauma wird es auf meinem Telegram-Kanal gehen. Auch da habe ich mir lange Gedanken gemacht, welchen Messenger ich gerne nutzen möchte. Dazu ein andern Mal mehr.

Außerdem möchte ich mein wertvolles Wissen und meine Kreativität nicht mehr nur kostenlos teilen und wie Bonbons auf dem Karnevalsumzug rauspulvern! Mein Wissen und meine Kreativität haben seinen Wert und den darf es auch bekommen 🙂

Bei Instagram habe ich mich in den letzten Wochen gefühlt, wie eine gemolkene Kuh. Als könne man mir meine Kreativität und mein Wissen einfach aus mir herausmelken- regelmäßig, konstant, linear. ICH BIN ABER KEINE MASCHINE, lieber Herr Algorithmus. Das ist alles andere als zyklisch. Und auch das zyklische Leben ist mir ein wichtiger Wert, der nicht mit Social Media vereinbar ist.

Daher findet ihr mich zukünftig auf Patreon. Eine Plattform für Kreative und Künstler:innen, die ohne viel Startkapital gesund und ohne Algorithmus Geld verdienen können. Voraussichtlich wird es ein Monatsabo von 3€ geben. Bei dem Abo bekommt ihr 1-2 Mal im Monat Inspirationen von mir, die deine Gedanken anregen sollen, ähnlich wie mein bisheriger Newsletter.

Und ein 33€ Abo, mit dem ihr 1x im Monat an einem Online-Achtsamkeitskurs teilnehmen könnt, um wieder mehr im hier und jetzt und im Körper ankommen zu können. Bei Patreon könnt ihr kostenlos Mitglied werden und dann die Abos dazubuchen oder nicht. Ihr könnt die Abos auch jederzeit wieder kündigen.

So ihr Lieben! Ich freue mich sehr, wenn ich mit einigen von euch weiterhin in Verbindung bleibe und ihr mir als treue Follower:innen erhalten bleibt!

Dazu lade ich dich HERZLICH ein! Auf ein NEUES – achtsamer, langsamer, gesünder.

Ich küsse eure Herzen.

Deine Tessa

Diggi, geh mir nicht auf’n Sack mit dem Satz: „Sie müssen Stress reduzieren.“

Wer kennt es nicht? Man sitzt in der Sprechstunde beim Arzt:Ärztin. Es ist eh schon schwer genug, weil irgendwie alle bisherigen Therapieansätze nicht viel gebracht haben und dann wird man wieder innerhalb von fünf Minuten im Sprechstundenzimmer abgefertigt. Und oft mit dem legendären Satz: „Sie müssen Stress reduzieren“.

AM ARSCH. Jetzt sind auch noch ich und mein Stress dafür verantwortlich, wie es mir körperlich geht?

Das Problem bei der ganzen Sache ist, dass in dem Wort STRESS eine unfassbar riesen Bandbreite steckt. Stress ist nicht gleich Stress. Und außerdem erklärt keine:r so richtig, was Stress eigentlich ist und wie der sich langfristig tatsächlich auf körperlicher Ebene auswirken kann.

Meine (utopische) Traumvorstellung im Gesundheitssystem ist immer noch folgende: Jede Arztpraxis bietet extra Sprechstunden mit ganz viel Zeit für Aufklärung an. Oder noch besser: Es gibt interdisziplinäre Facharztpraxen. Heißt: Die sitzen alle unter einem Dach und behandeln dich als Einzelperson ganzheitlich und individuell. Ein Träumchen, den ich mir wohl abschminken kann. Deswegen mache ich meine Arbeit hier. Weil ich glaube, dass es uns am besten in diesem Wirr Warr geht, desto besser wir uns und unseren Körper selber kennen.

So kann ich dann mich selbst gut und sicher durch das brüchige Gesundheitssystem navigieren.

Und deswegen möchte ich hier heute nochmal darauf eingehen, was Stress macht und was Stress mit Erkrankungen wie Endometriose, Adenomyose, Migräne oder auch Insulinresistenz zu tun haben kann.

Stress ist nicht für alle gleich. Was dich stresst, muss mich überhaupt nicht stressen und umgekehrt. Jede:r ist da also sehr unterschiedlich.

Dann dürfen wir auch noch unterscheiden zwischen äußerem und inneren Stress. Äußerlicher Stress kann z. B. sein: Licht, Lärm, Temperatur, Menschen die dich mit ihrem Verhalten triggern können. Reize von Außen also, die dein System stressen können.

Und dann nicht zu vergessen: Der innere Stress. Der aus eigener Erfahrung und auch aus meinem Praxisalltag eine große Rolle spielt und oft unterschätzt wird. Der innere Stress ist zum Beispiel der Anteil in uns, der uns permanent kritisiert. Ich nenne es den:die inneren Kritikerin. Innerer Stress sind auch emotionale Trigger, die durch äußere Trigger ausgelöst werden können. Beispiel: Du hast in deiner Kindheit schlechte Erfahrungen mit übergriffigem Verhalten gemacht und dieses Verhalten legt dein aktueller Chef an den Tag, mit dem du jeden Tag konfrontiert wirst.

Das Ganze habe ich schon mal aufgegriffen in meinem Blog-Artikel „Östrogen und emotionale Trigger„. Was dich also emotional triggert und stresst ist so individuell wie jeder einzelne Mensch. Da gibt es keine Patentrezept, das für alle gleich funktioniert. Das muss jeder für sich selbst herausfinden und das braucht Zeit und Geduld.

Wenn du dich also wirklich mit dir und einen Triggern auseinandersetzen willst, darfst du herausfinden was deine emotionalen Trigger sind. Diese entstehen meist in der Kindheit und im Laufe deines Lebens. Dein Körper speichert sich Stress und Trauma ab. Und das Unberechenbare ist ja manchmal, dass es stressige/traumatische Erfahrungen gab, die dir eine Erklärung dafür geben könnten. An die du dich aber NICHT MEHR ERINNERN kannst weil:

  • sie entweder vor deinem dritten Lebensjahr passiert sind
  • oder dein System diese Erinnerungen verdrängt, weil der Schmerz zu groß war oder ist, um diesen zu verarbeiten
  • sie transgenerational sind, heißt: Du kannst Traumata und eben auch Veranlagungen zu Erkrankungen vererben

Dann gibt es auch noch Kombinationen aus mehreren Stressoren. Wenn z. B. innere und äußere Stressoren aufeinandertreffen und dann auch noch über einen langen Zeitraum (mindestens 6 Monate) präsent sind: Dann ist der ultimative Schmerz-Cocktail vorprogrammiert: Starke und chronische Migräne-Attacken. Endo-Schmerzen, dass es kracht. Extrem starke Blutungen bei Adenomyose. Und ein dysregulierter Insulinspiegel, angefeuert durch das Nervensystem, was uns sagt, dass wir in Gefahr sind und verhungern könnten.

Wenn du also im chronischen Stress bist, ist dein Nervensystem in ständiger Unterregung (totale Erschöpfung) und/oder in ständiger Überregung (du fühlst dich getrieben und bist nur am rumrennen und schläfst nicht gut). Meistens ist es dann eine Kombi aus beidem. Du schwankst regelmäßig zwischen Unter- und Überregung, bist aber nie ausgeglichen. Ausgeglichen bedeutet du würdest dich in deinem Stresstoleranzfenster befinden.

Du bist außerhalb deines Stresstoleranzfensters, weil du dich schon ziemlich lange in einer stressigen Lebensphase befindest. Bei Menschen die frühes Trauma erlebt haben, kann es dann sogar sein, dass du seit deiner Kindheit im Stress bist. Weil du dich z. B. nicht ausreichend sicher und geborgen gefühlt hast und diese Stress-Zyklen in deinem Körper immer noch feststecken und die nicht aufgelöst wurden. Stresszyklen im Körper können unterbrochen und verarbeitet werden durch

  • das Herausfinden von emotionalen Triggern und diese mittel- bis langfristig in deinem Alltag reduzieren (sich in Achtsamkeit und Selbstbeobachtung üben)
  • ggf. Traumatherapie machen, um Stressoren aus der Kindheit zu identifizieren und aufzulösen
  • Bewegung, kreativ sein, weinen( deswegen fühlen wir uns nach dem Weinen oft so erschöpft), spazieren gehen…

SO! Was heißt das nun genau und was kann das mit meinen körperlichen Symptomen zu tun haben?

Dein Nervensystem ist verbunden mit deinem Hormon- und Immunsystem. Wenn du also ständig in Über- und/oder Unterregung bist, bist du auch im Überlebensmodus. Überlebensmodus heißt: Du funktionierst Tag für Tag nur, um den Alltag zu schmeißen. Aber genießen und Ruhe haben ist nicht drin.

Wenn das dauerhaft der Fall ist, setzen im Körper bestimmte Funktionen aus, weil permanent Stresshormone ausgeschüttet werden.

Wichtige Hormone werden nicht produziert oder sind zuviel oder zu wenig vorhanden. Was oft auch der Grund für fehlenden Kinderwunsch sein kann. Wenn du im Überlebensmodus bist sagt dein Körper: Ein KIND? Auf gar keine Fall, das schaffe ich grad nicht. Habe genug damit zu tun, zu überleben.

Dann setzten auch bestimmte Verdauungsfunktionen aus. Weil dein Körper genug anderes zu tun hat, weil er überleben muss. Das können auch oft Ursprünge für Unverträglichkeiten und Allergien sein.

Durch die Dauerverspannung bekommst du Probleme mit chronischen Schmerzen, vor allem im Hals- und Lendenwirbelbereich. Auch dein Beckenboden und z. B. der Uterus ist ein Muskel der dauerhaft verspannt sein kann. Genauso wie das Zwerchfell, dein Kiefer und der Nacken und Schulterbereich.

Dein Körper ist dann also dauerhaft in Alarmbereitschaft und überfordert. Ständig im Kampf-, Flucht oder Unterwerfungsmodus. Wenn gewisse Systeme in deinem Körper aussetzen, erhöhen sich die Entzündungswerte und chronische Schmerzen verschwinden nicht. Diese körperlichen Reaktionen lösen dann noch mehr Stress und Ohnmacht in dir aus. Es kommt also noch oben drauf und entwickelt sich zu einem Teufelskreislauf.

Wenn wir chronische Erkrankungen also ganzheitlich behandeln und lösen wollen, bleibt es uns nicht aus, sich mit seinen emotionalen Triggern auseinanderzusetzen. Die sind nämlich immer da, beziehungsweise können diese immer wieder um die Ecke kommen. Egal wieviele Medikamente wir zu uns nehmen, oder wir oft wir zur Osteopathie oder zur Physiotherapie gehen. Das sind alles wichtige Behandlungsansätze, die wir kombinieren dürfen und dann auch wirklich Wirkung erzielen. Aber eben nur, wenn wir auch herausfinden, was uns stresst und wie wir dem entgegenwirken können.

Ein Beispiel aus meinem aktuellen Alltag:

Meine Insulinresistenz hilft mir, regelmäßig zu essen und den Zuckerspiegel stabil zu halten. Je mehr Stress, desto schneller bin ich unterzuckert. Ich arbeite zur Zeit an drei verschiedenen Standorten. Drei verschiedene Filialen, die unterschiedlich äußere Stressfaktoren mit sich bringen. Jede Räumlichkeit ist anders. Jedes Licht ist anders. Jedes Kollegium ist anders. Je ruhiger die Filiale, je gedämmter das Licht, und je sicherer ich mich in Anwesenheit der Kolleg:innen fühle, desto stabiler hält sich mein Zuckerspiegel.

Dann spielen innere Stressfaktoren eine Rolle. Bin ich zusätzlich in der zweiten Zyklushälfte, bin ich noch dünnhäutiger und stressanfälliger. Wenn ich dazu noch schlecht geschlafen habe und mich gerade emotional etwas sehr beschäftigt, kommt das auch noch oben drauf.

Quellen, die sich mit dem Zusammenhang von chronischem Stress/Trauma und chronisch entzündlichen Erkrankungen auseinandersetzen:

BÜCHER

  • Endometriose und Psyche von Martina Liel
  • Frühe Traumata als Ursprung von chronischer Entzündung von Rainer H. Straub
  • Migräne FREI, endlich Frieden im Kopf von Meike Statkus

PODACASTS

  • Endozysters
  • Verena König: Trauma & chronische Krankheiten, Folge #79
  • Get happy! von Kathie Kleff mit Prof. Dr. Dr. Christian Schubert, Folge 32

MEDIATHEK/YOUTUBE

Emotionsreguliert diskutieren

Die A*fD ist KEINE Alternative für Deutschland. Ich hoffe, da sind wir uns hier einig!

Ich habe überlegt was ich als systemische Therapeutin und interkulturelle Bildnerin gerade zu dieser politischen Misere beitragen kann. In den letzten Jahren in der sozialen Arbeit hatte ich mit vielen Menschen zu tun. Ich habe 12 Monate in einem jüdischen Altenheim gearbeitet und durfte mit Holocaust-Überlebenden über die Geschichte sprechen. Dieser Friedensdienst von der Organisation ASF hat mich sehr geprägt, besonders auch in der Reflexion zu meiner eigenen familiären Na*zi Vergangenheit. Das Auseinandersetzen mit der eigenen Geschichte ist für mich unabdingbar, auch um heute in solchen Zeiten handlungsfähig zu bleiben und was gegen diese Lage zu tun. Dazu später mehr!

Ich habe ‚unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen‘ das erste Bett nach drei Jahren Flucht in der Inobhutnahmen geben dürfen. Ich habe als Sozialberaterin junge geflüchtete Menschen dabei unterstützt in dieser rassistischen Gesellschaft Fuß zu fassen und bewundere sie immer noch dafür, wie stark sie bleiben, trotz dem ganzen (strukturellen) Rassismus. Und ich habe in meiner letzten Tätigkeit in einer öffentliche Beratungsstelle unter den Klient:innen einige (potenzielle) Af*D-Wähler:innen kennengelernt. Das war vermehrt in der Cor*ona-Hochphase. Das ließ sich nicht vermeiden und es half mir gewisse Verhaltensweisen zu verstehen. Die Psychologie erklärt Verhaltensweisen. Nur weil ich diese beobachte und versuche zu verstehen, heißt das nicht, dass ich diese Verhaltensweisen unterstütze.

Diese Erfahrungswerte teile ich nicht, um Applaus zu bekommen, sondern um euch klar zu machen, woher meine Gedanken und therapeutischen Tipps hier kommen.

So eine politische Lage wie wir sie heute haben, entsteht nicht von heute auf morgen. Sowas entsteht, wenn z. B. über Jahre und Jahrzehnte hinweg Na*zi und DDR-Geschichte nicht adäquat aufgearbeitet und die Sozial- und Gesundheitspolitik heruntergewirtschaftet wird. Die eh schon schlecht aufgestellten Menschen werden immer unzufriedener und finden dann Zuflucht bei gefährlichen und leider rhetorisch nicht blöden Demagog:innen, die es an die Parteispitze geschafft haben und strategisch und sprachlich in der Öffentlichkeit Raum einnehmen.

Ich bin fest davon überzeugt, dass viele der (potenziellen) A*fD Wähler:innen nicht die lupenreinen Na*zis sind, die morgen anfangen, ein Flüchtlingheim anzuzünden. Das sind meist die, die nicht mehr weiter wissen. Die, die stagniert haben. Das sind die, die GLAUBEN, dass ihnen nichts mehr anderes übrig bleibt, als denen zu folgen, die gefährlichen und antidemokratischen Bullshit von sich geben.

Es gibt die A*fD Wähler:innen, die tief und fest davon überzeugt sind, dass Minderheiten Schuld an ihrer Unzufriedenheit sind. Sie verbreiten Hass und sind gewalttätig. Es gibt sie leider, bei denen die Hoffnung verloren ist, eine gesunde Diskussionen auf Augenhöhe zu führen. Gegen diese Menschen spreche ich mich deutlich aus!

Aber es gibt noch die, bei denen das möglich ist. Bei denen eine Chance besteht. Und wenn du mit diesen Menschen in deiner Nachbarschaft, auf dem Arbeitsplatz oder im Sportverein in Kontakt stehst und zunehmend überfordert oder genervt bist von blöden Sprüchen, du aber trotzdem was tun willst, dann habe ich hier ein paar Tipps für dich, wie du emotionsreguliert diskutieren kannst.

Was will die jetzt mit emotionsreguliert? Was SOLL DAS? Berechtigte Frage. Im realen Leben und in meiner Ausbildung zur systemischen Therapeutin durfte ich lernen (insbesondere im Modul Paartherapie), dass hoch emotionalisierte Diskussionen es meist nur noch schlimmer machen. Die Fronten verhärten sich und führen leider zu Missgunst und Trennung. Wir können diese potenziellen A*fD Wähler:innen aber nur erreichen, wenn wir versuchen in Verbindung mit ihnen zu bleiben. Und das ist nicht leicht! Das weiß ich. Das kenne ich. Dennoch bleibt es uns nicht erspart uns damit auseinanderzusetzen.

Daher ist es wichtig, sich selbst und seine Emotionen besser kennenzulernen. Zu lernen, ob ich z. B. gerade

  • extrem wütend bin (dann gehe ich in den Kampfmodus, was mein Gegenüber noch mehr aufheizt und dann kann keine vernünftige Diskussion auf Augenhöhe entstehen)
  • überfordert und ängstlich bin und dann lieber die Decke über die Kopf ziehe (Erstarrung), um mich dazu nicht äußern zu müssen
  • oder die Flucht ergreife und damit NICHTS zu tun haben will, obwohl es eigentlich an der Zeit ist, für sich, seine Mitmenschen und die Demokratie in der wir leben, einzustehen

Ziel ist es, in Diskussionen so BEI SICH zu bleiben, sodass man ruhig, pragmatisch und faktisch argumentieren kann und dem gegenüber zuhört. Und glaubt mir, das schaffe ich auch nicht immer! Ich ich probiere es immer wieder!

Was hat die Person für Sorgen? Von wem fühlt sie sich im Stich gelassen? Es sind nämlich nicht die Menschen mit Migrationsgeschichte die sie im Stich lassen. Sie fühlen sich vom Staat im Stich gelassen. Sie wissen teilweise aber auch nicht, wo sie HILFE bekommen können. In Deutschland gibt es genügen Beratungsstellen, die einem bei allem Unterstützung geben! Vielleicht helfen diese Tipps, damit sie sich nicht mehr so sehr im Stich gelassen fühlen.

Wenn du also ruhig und gelassen bleibst und dein Gegenüber auch (das ist wichtig! Wenn dein Gegenüber hoch emotionalisiert ist führt das Gespräch auch zu nichts) dann kannst du auch in Ruhe und mit Fakten argumentieren. Und dadurch dass dein Gegenüber sich von dir gesehen und gehört fühlt (weil du nach deren Sorgen gefragt hast) ist die Chance höher, dass sie dir auch zuhört!

Argumente, die du dann nutzen kannst:

  • keine:r verlässt freiwillig seine Heimat und sein Zuhause
  • die A*fD ist schlussendlich die letzte Partei, die sich WIRKLICH für dein Wohlbefinden interessiert (alles nachlesbar in deren Parteiprogramm)
  • Menschen mit Fluchtgeschichte bekommen NICHT MEHR Sozialleistungen als alle anderen auch
  • Die Unterstützungsangebote die es für geflüchtete Menschen gibt, gibt es für jede:n andere:n auch, nur unter anderem Namen oder bei einer anderen Adresse
  • Wenn du flüchten müsstest, wärst du auch froh in einem anderen Land mit einer anderen Sprache aufgenommen zu werden

Was hält dich davon ab, jetzt und hier Verantwortung zu übernehmen und dich in solche Gespräche zu begeben?

Ich denke wirklich, dass es wichtig ist sich mit seiner eigenen familiären Vergangenheit auseinanderzusetzen. Wenn du magst nimm dir Stift und Papier und beantworte dir selbst folgende Fragen:

Welche Emotion hält mich davon ab, mich mit der aktuellen politischen Lage auseinanderzusetzen?

Beispiele:

  • Scham und Schuldgefühle, für unsere Geschichte (setze dich damit auseinander, um dich und deinen Umgang damit besser zu verstehen)
  • Scham und Schuldgefühle gegenüber Menschen mit Migrationsgeschichte (diese Emotionen helfen dir nicht und vor allem den Menschen mit Migrationsgeschichte nicht!! Komme mit Menschen in Kontakt die Migrationsgeschichte haben und frag sie wie es ihnen geht, höre ihnen einfach zu!)
  • Angst etwas Falsches zu sagen (das ist ok, wir dürfen Fehler machen und keine:r ist perfekt)
  • Angst, zu wenig über Politik zu wissen (es ist nie zu spät damit anzufangen, setze dich auseinander, lese Blogs, Bücher und Co., am besten auch von Menschen mit Migrationsgeschichte)

Fragen zur Reflexion der eigenen Geschichte und der eigenen Rolle in dieser Gesellschaft

Wie wurde in meiner Familie mit der deutschen Geschichte und dem Holocaust umgegangen? Was wurde und wird verschwiegen?

Wo war z. B. mein (Ur)Großvater Täter und Opfer zugleich? Ambivalenz überfordert schnell, ist aber zum Teil normal

Wie gehts mir damit, dass mein Opa/Vater/Onkel/Tante usw. Na*zi war? Wie war oder ist meine Beziehung zu dieser Person? Darf ich die Person lieben, auch wenn er:sie Täter:in war?

Wie steht meine Familie zu geflüchteten Menschen? Wo habe ich vielleicht eine Haltung übernommen, die gar nicht meine ist? Was ist MEINE Haltung dazu?

Wenn ich flüchten müsste: Welches Verhalten wünsche ich mir von den Menschen in dem Land, in das ich flüchte und meine zweite Heimat finden möchte?

Wie kann ich mein Privilegien in dieser Gesellschaft nutzen? Was sind meine Privilegien? Vielleicht mein deutscher Pass? Meine Chancen auf Bildung und einen guten Job?

Wie kann ich auf meine Art „die Welt retten“ ohne mich dafür so zu verausgaben, dass ich in einem Burnout lande?

Dieser Ansatz mag vielen vielleicht etwas komisch vorkommen, aber wie gesagt: Aus meinen Erfahrungswerten heraus das einzige was hilft! Ich weiß, es ist nicht leicht, sich die Sorgen von potenziellen A*fD-Wähler:innen anzuhören. Aber probiert es. Wenn ihr merkt es geht nicht, dann geht es nicht. Dann ist das ok! Es ist nur wichtig, dass du es probierst. Und dann probierst du es vielleicht das nächste Mal bei einer anderen Person. Oder mit der gleichen Person nur in einem anderen Setting. Eins kann ich dir aber versprechen: Je klarer du mit dir und deiner Haltung bist, desto einfacher fällt es dir auch, dich in solche Gespräche zu begeben. Das dürfen wir üben! Daher die Reflexionsfragen hier.

Denn Fakt ist: Die A*fD liegt zur Zeit bei 30-35%. Das ist eine Hausnummer! Das ist nicht mehr lustig! Wenn du also in deinem Umfeld die Chance hast, Menschen bei den kommenden Wahlen umzustimmen: dann nutze sie! In einer Demokratie zu leben ist das höchste Gut was wir haben!

We need to talk about CO-ABHÄNGIGKEIT

Das Wort Co-Abhängigkeit ist in Deutschland meist nur bezogen auf Suchterkrankungen. Beispiel: Dein Partner ist Alkoholiker. Du bist dann co-abhängig, wenn du das Suchtsystem unterstützt, obwohl du genau weißt, dass es toxisch ist. Wie das passiert? Du versteckst die leeren Flaschen vor anderen. Du erklärst den anderen, dass es „so schlimm“ gar nicht sei. Du unterstützt die Sucht anstatt dich radikal davon abzugrenzen. Bei solchen Fällen bleibt einem nichts anderes übrig als sich radikal davon anzugrenzen.

Du denkst: „Aber ich kann ihn doch nicht im Stich lassen?“ Musst du sogar. Weil oft auch eine emotionale Abhängigkeit zu der Person besteht. Das heißt, unbewusst ruht sich die Person auf deine Mithilfe aus. Solange du deckst, unterstützt, immer wieder verzeihst, trägst du das System. Das System kann sich nur ändern, indem du dich selbst veränderst. Das System oder dein Partner ändern sich nicht, wenn du erwartest dass es oder er sich ändert. Wird nicht passieren. Auch wenn die Versprechen immer wieder glaubwürdig ausgesprochen werden.

Deutschland ist wie immer nicht so weit wie andere Länder. Zum Beispiel auch bezüglich des Themas Trauma. Die USA behandelt das Thema schon lange, auch auf wissenschaftlicher Ebene. Das wofür in Deutschland zum Beispiel Verena König oder auch Dami Charf stehen. Und so verwenden die Menschen in den USA den Begriff Co-Abhängigkeit auch auf rein emotionaler Ebene, bezogen auf Beziehungen.

Du bist emotional co-abhängig, wenn du zum Beispiel eine:n gewaltvolle:n Partner:in hast. Und es nicht schaffst, dich davon zu trennen. Warum man das nicht schafft, hat traumabedingte Gründe. Darauf komme ich später zu sprechen. Gewalt kann körperliche und sexuelle Gewalt sein. Aber auch psychische und emotionale Gewalt zählen dazu. Auch hier äußert sich das so, dass du das Verhalten deines Partners immer wieder entschuldigst und vor anderen rechtfertigst.

Im Zusammenhang damit fallen dann auch häufig die Begrifflichkeiten wie toxisches Verhalten oder narzisstische Gewalt. Narzisstische Gewalt ist häufig auch unsichtbare Gewalt. Es ist sehr subtil und nicht greifbar. Du weißt nur: „Hier stimmt irgend etwas nicht“, aber du kannst nicht genau sagen was.

Woran du zum Beispiel unsichtbare Gewalt erkennst? Du wirst bestraft, indem du ignoriert wirst. Das passiert ja fast jeden Tag bei irgendwelchen Tinder-Geschichten. Emotionale Erpressung ist auch ein Klassiker. „Musst du halt wissen, ob du das mit deinem Gewissen vereinbaren kannst.“ Oder Liebes- und Nähe-Entzug. Du bist zwar seit Stunden mit der Person in einem Raum, fühlst dich aber unfassbar weit weg. Er:sie ist emotional gar nicht da – emotional nicht erreichbar. Nicht in der Lage, auf dich und deine Bedürfnisse einzugehen.

Du kannst auch ignoriert werden, indem dein:e Partner:in immer zu am arbeiten ist. „Hey sorry, super busy grad, keine Zeit, ich muss nochmal ins Büro“. Arbeitssucht. Genauso wie Sportsucht eine richtig schicke Kompensationsstrategie. Findet unsere Gesellschaft super. Arbeitswütige und sportliche Menschen. Das kann aber auch toxisch werden.

Manipulatives Verhalten gehört auch dazu. Nach außen sieht immer alles schick aus. Aber hinter verschlossener Tür kommt dann das wahre Gesicht an die Oberfläche. Und was auch unterschätzt wird: (Fehlender) Blickkontakt. Wenn das zum Beispiel schon in der Kindheit Gang und Gebe ist, dass deine Bezugsperson dich nicht ansieht oder dir böse Blicke zuwirft, ganz nach dem Motto „Wenn Blicke töten könnten“.

Wenn so etwas Dauerprogramm in deiner Kindheit war, suchst du dir auch im erwachsenen Leben immer wieder diese toxischen Beziehungen (Freundschaften, Partner:innen, Vorgesetzte, Kolleg:innen …). Das ist nicht deine Schuld. Schließlich weißt du gar nicht, wie es anders ist. Du hast nicht gelernt, wie sich gesunde Beziehungen anfühlen.

Und das ist auch der Grund, warum Menschen immer wieder rückfällig werden. Alle Außenstehenden schütteln nur noch den Kopf. Selbst du weißt, dass es eine doofe Idee ist. Aber es ist wie ein Magnet. Du kannst es nicht lassen. Das liegt an den neuronalen Netzen, die sich während deiner Kindheit verfestigt haben.

Als Kind bist du abhängig von deinen Eltern. Davon hängt dein Leben ab. Deswegen sind Babies schon so schlau, sich den Eltern anzupassen. Und wenn es toxisch ist, findet eine Überanpassung statt. Um zu Überleben. Das heißt, schon die Babies wissen, was sie nicht tun dürfen, um die Mutter oder den Vater nicht unnötig zu stören oder zu verärgern.

Bloß nicht zuviel sein. Bloß keine Bedürfnisse haben. Sonst passiert dir was. Ein kleines Kind kann sich nicht abgrenzen. Es muss in der Beziehung bleiben. Um zu überleben. Und wenn du als erwachsene Person in diesem Modus bist, kannst du auch deine:n Partner:in nicht verlassen. Oder dich von ihm:ihr abgrenzen. Weil das Muster tief in dir sitzt und sagt: Wenn du ihn:sie verlässt, stirbst du.

Das Schöne daran ist aber ja, dass wir nicht mehr klein sind. Jetzt kannst du gehen. Du weißt nur nicht wie. Und das lernst du, in einer Traumatherapie, oder auch in traumasensiblen Coachings. Dein Kopf weiß, dass du ihn verlassen musst. Aber du schaffst es trotzdem nicht. Deswegen braucht es Zeit und Geduld.

Heißt auch, dass dein Körper und dein Nervensystem in toxischen Beziehungen im höchsten Maße unter Stress steht. Dauerhaft. Heißt auch, dass chronisch entzündliche Prozesse in deinem Körper gar kein Ende finden können (in den Dornröschenschlaf verfallen), solange du in diesen toxischen Beziehungen bleibst.

Das erfordert Mut und Kraft. Und wenn du bereit bist, diesen Mut und diese Kraft für ein freieres Leben aufzubringen, dann hol dir Hilfe! Und wenn es erstmal ein Gespräch bei einer guten Freundin oder bei einem guten Kumpel ist. Oder du googelst nach Hilfsangeboten. Deutschland ist voll von guten und spezifischen Beratungsstellen und auch Notfallhotlines.

Wenn es AKUT ist, schau nach Hilfe in deiner direkten Umgebung!!

Wenn es nicht akut ist, du dich aber trotzdem in diesem Text wiedererkennst, schreib mir gerne über das Kontaktformular für einen kostenlosen Erstimpuls.

Der Werte-Kompass

Was sind deine Werte? Was ist dir wirklich wichtig?

Das ist manchmal gar nicht so leicht herauszufinden. Wenn man sie kennt, weiß man besser, wohin die Reise im Leben gehen soll. Manchmal hilft es, sich immer wieder zu fragen: 

  • Entspricht genau diese Frauenärztin/meine Arbeit (xy) meinen Werten?
  • Was ist mir im zwischenmenschlichen Umgang wichtig?
  • Wie möchte ich behandelt werden?

Denn wenn wir jahrelang nicht danach leben, dann wird es uns auf Dauer immer schlechter gehen. Ich habe im Hauptberuf jeden Tag Menschen vor mir sitzen, die 20-30 Jahre nicht nach ihren Werten gelebt bzw. gearbeitet haben. Die sich soweit kaputt geschuftet haben, dass ihr Körper auf allen Ebenen nur noch STOP schreit. Existenzsorgen, weil der Körper nahezu erwerbsunfähig ist. 

Das wertvollste und wichtigste KAPITAL ist dein KÖRPER, deine Gesundheit. Du kannst auch einen Job haben, bei dem du richtig Asche verdienst. Aber wenn dieser Job nicht deinen Werten entspricht, wird dein Körper es dir früher oder später zurückmelden.

Der eine Schreiner hat nach 30 Jahren immer noch keine Rückenprobleme. Der andere bereits nach 3 Jahren.

Meistens sind es unbewusste Entscheidungen, die uns von der Gesellschaft, dem Umfeld und/oder Geldnot auferlegt werden. Es ist nicht so, dass jede:r mit Absicht da rein gerät. Schau dir den Produktionsmitarbeiter an, der immer dachte, er hätte nicht mehr auf dem Kasten. Oder er würde woanders nie einen Job kriegen.

Dann sitzt er bei mir in der Beratung und wir arbeiten an den Werten und es fällt ihm wie Schuppen von den Augen.

Damit will ich sagen: Egal ob du 30 oder 61 Jahre alt bist: Es ist NIE zu spät sein Leben nach den eigenen Werten umzugestalten und neu auszurichten! YAY! Und wenn meine Klient:innen bis zum regulären Renteneintritt nur noch 3 Jahre zu arbeiten haben: Dann schauen wir: Was kommt danach? Wie soll der Ruhestand gestaltet werden? Was ist wichtig für den letzten und so wichtigen Lebensabschnitt? Wie können die letzten drei Jahre Arbeit dementsprechend verändert werden?

Du entscheidest heute, hier und jetzt bereits, wie du deinen Ruhestand gestaltest. Je nachdem wie du mit dir und deinem Körper umgehst. Eine gute Bekannte hat ihr Beamtinnen-Dasein als Gymnasiallehrerin hingeschmissen, um in einem Bestattungsunternehmen anzufangen. Dort berät sie nun Menschen hinsichtlich Bestattungen und begleitet Familien in ihren Trauer-Prozessen. Und darin blüht sie total auf! Hammergeil!

Ja, und was hat das ganze mal wieder mit Trauma zu tun? Gute Frage! Das hat mit dem schon erwähnten Unbewussten zu tun. War dein Wegweiser bisher dein Trauma oder deine Werte?

Ich musste neulich erschreckenderweise feststellen, dass all meine Umzüge und Wohnorte in den letzten 10 Jahren immer fremdbestimmt waren. Rein inhaltlich war ich schon immer da wo ich sein wollte, aber getrieben vom Trauma habe ich hier noch eine Weiterbildung gemacht, da noch ein Studium. Getrieben von dem Streben nach Anerkennung von Außen und auf Papier. Ohne zu merken, ob es wirklich das ist was ich WIRKLICH möchte.

Heute bin ich froh über diesen Lebenslauf. Ich weiß aber, dass ich was ändern möchte. Ein Teil der Therapie ist dann bei meinem Beispiel, zu schauen, woher kommt dieses Streben nach Anerkennung? Und wie kann ich mir diese Anerkennung erst einmal SELBST geben, ohne mich da von anderen abhängig zu machen?

Und automatisch verändert sich was. Zum ersten Mal suche ich mir Wohnorte bewusst aus, bzw. komme das erste Mal richtig an. Zum ersten Mal stecke ich Zeit und Energie in meine Wohnung. Keine noch ungeöffneten Umzugskisten. Keine kaputte Lampe mehr. Weil ich denke, dass ich ja eh bald wieder weg bin.

Genauso wäre es, wenn du nie selbst entschieden hast, weil immer nur deine Eltern und/oder später dann dein:e Partner:in entschieden hat, wo und wie du lebst. Fremdbestimmung ist ein wichtiges Thema. Denn traumatische Erfahrungen sind meistens geprägt von Ohnmacht und Handlungsunfähigkeit. Deswegen können dich gewisse Formen von Fremdbestimmung triggern.

Akzeptanz spielt dabei auch eine wichtige Rolle!

Wenn du und dein Körper nur bis zu einem gewissen Grad oder in einem gewissen Umfeld „leistungsfähig“ sind. Das sind dann erstmal erschreckende Erkenntnisse, wenn du merkst, dass dein jahrelanger Job als z.B. Erzieherin gar nichts für dich ist. Weil es dich kaputt macht, immer zwischen allen Stühlen zu stehen (Eltern, Kinder, Kolleg:innen). In der (Trauma)Therapie könnte dann wohl möglich herauskommen, dass du diese Rolle des „alles-allen-Rechtmachens und zwischen-allen-jonglieren-müssen“ schon in der Kindheit der Fall war. Dieser unbewusste Trigger war dir aber nie bewusst – wie denn auch?

Durch die Beratung/ Therapie kannst du dann herausfinden, ob du diese unbewussten Trigger zu deiner Superkraft umwandeln kannst, um stabil zu bleiben. Dann bist du als Erzieherin genau richtig! Oder du findest heraus, dass du aus dem Job raus möchtest, weil andere Tätigkeiten viel mehr deinen Wünschen und Werten entsprechen.

Denn zu akzeptieren, manche Tätigkeiten nicht mehr machen zu wollen und/oder zu können, braucht Mut, Verarbeitung und Unterstützung.

Ein wichtiges Werkzeug in meiner Arbeit ist der therapeutische/ beraterische Ansatz ACT. Heißt: Acceptance and Commitment Therapy. Der Kern dieser Arbeit besteht in Werte-Orientierung und Akzeptanz.

Ich unterstütze dich also dabei, deine Werte herauszuarbeiten und herauszufinden, was dich davon abhält diese zu leben. Ich wende nur Ansätze an, die ich selbst schon durchlebt habe und die bei mir gefruchtet haben. Sonst macht das keinen Sinn!

In meinem Kurs wird es auch darum gehen! Es werden einige Tools und Inputs für dich bereitgestellt, um dich auf die Suche zu begeben. In deinem Tempo! Trage dich gerne auf meiner Warteliste ein für den lonikis-erste-hilfe POW, eine traumasensible STARTHILFE zur Aktivierung der Selbstheilungskräfte.

Östrogen & emotionale Trigger

Dieses Thema ist sehr komplex und gar nicht so leicht, in einem Artikel zusammenzufassen. Aber ich probiere es, mit Freude!

Das Thema tangiert mehrere Fachrichtungen, woran mehrere Fachmenschen beteiligt sein können:

  • Psychotherapeut:innen
  • Heilpraktiker:innen
  • Hormon-Coach:innen
  • Ernährungsberater:innen
  • Schulmediziner:innen

Mein Fachgebiet ist der psychologische Part und wie sich Trauma/chronischer Stress auf das Hormonsystem auswirkt. Es ist immer hilfreich, sich ein Netzwerk an Fachmenschen aufzubauen, die sich aber inhaltlich nicht widersprechen, sondern auf das gleiche Ziel hinaus sind.

Demnach bin ich der Meinung, dass dir eine Ernährungsumstellung nichts bringt, wenn du deine Hormondysbalance nicht mitbehandeln lässt. Weil oft auch Gewichtszunahmen mit Stress/Trauma zusammenhängen und gar nicht hauptsächlich mit Essen oder mangelnder Bewegung einhergeht. Das merkt man z. B. daran, wenn vor allem Fettansammlungen nur im Oberkörper zu finden sind, aber die Beine total dünn sind. Oder alles am Körper total dünn ist außer Hüfte und Oberschenkel.

Dann gibts die Fachmenschen, die Ernährung und Hormone super kombinieren, aber das Thema Trauma außer Acht lassen. Es ist super und toll, wenn du dich damit schon besser fühlst und es ggf. deine Symptome maximal lindert. Wenn du aber schon alle Therapieansätze probiert hast und es immer noch keine Minderung der Symptome aufzeigt dann schau dir deine Beziehungen an. Wenn du dein Leben und deine Beziehungen nicht änderst und das dafür sorgt, dass du weiterhin im chronischen Stress bist (weil die Beziehungen für dein inneres Kind eine permanente Gefahr darstellen), dann bringen dir langfristig auch die Ernährungsumstellung und die Hormontherapie nichts.

Ganz generell findet das Thema Hormone zu wenig Beachtung in der Schulmedizin. Deswegen finde ich es supercool, dass es mittlerweile gute Hormon-Coach:innen gibt. Denn oft verschreibt dir die Schulmedizin Hormonpräparate, die herzlich wenig bringen. Der folgende Text beruht einzig und allein auf meine bisherige Selbsterfahrung!! Also bitte immer alle Fachmenschen mit einbeziehen.

Ich nehme keine Pille. Eine Östrogendominanz besteht trotzdem hin und wieder. Bei einer Östrogendominanz liegt automatisch ein Progesteron-Mangel vor. Heißt also: Es bringt mir nichts, wenn ich durch Präparate den Progesteronspiegel erhöhe, mich gleichzeitig aber nicht darum kümmere, dass Östrogen in meinem Körper abgesetzt wird.

Gewichtszu- und -abnahme geht bei mir ausschließlich mit STRESS einher. Da kann ich mich konstant GLEICH viel bewegen und GLEICH ernähren, ich nehme trotzdem zu oder ab, je nachdem wieviel Stress ich in meinem Leben habe. Das merke ich nicht nur an der Gewichtszunahme, sondern auch an kleinen Abszessen im Intimbereich und in den Achselhöhlen. Was mir schulmedizinisch auch nie jemand erklären konnte, bis mir meine Heilpraktikerin sagte, das hängt viel mit Stress und zu viel Östrogen im Körper zusammen.

Akute Stresssituation merke ich also sofort, weil mein Körper es mir spiegelt. Es ENT-ZÜNDET sich ein Konflikt in mir, der meistens mit den engen Beziehungen in meinem Leben zusammenhängt.

ERNÄHRUNG: habe ich nie umgestellt und möchte ich auch nie umstellen. Weil ich richtig gerne esse, einen gesunden Darm und eine gesunde Verdauung habe (es sei denn ich hab zu viel Stress!) und ich Verfechterin des intuitiven Essens bin. Weil Essen SPASS machen soll! Wenn das Thema Essen in dir Stress auslöst, dann ist es wichtig therapeutisch hinzuschauen, wie deine BEZIEHUNG zu Essen ist.

ENTGIFTUNG: meine Heilpraktikerin empfiehlt mir daher: 2x im Jahr mit Hilfe von Nahrungsergänzungsmitteln alle Östrogene aus dem Körper zu schmeißen! Richtig gut, es funktioniert und unterstützt meinen Körper. Langfristig gesehen auch die beste Krebsprävention, wie meine Heilpraktikerin sagt.

BEWEGUNG: Östrogen und Stresszyklen im Körper werden auch durch Bewegung aus dem Körper rausgeschmissen bzw. unterbrochen! Aber Bewegung heißt nicht gleich Hochleistungssport. Wichtig ist, dass du angepasst an deine Zyklusphase Bewegungsformen findest, die dir SPASS machen und dich NICHT unter Druck setzen (=Stress)! Mir reicht 2×20 Minuten täglich Rad fahren, Abends meine Yoga-Runde und manchmal zum Auspowern ins Fitness-Studio zu gehen. Ich bin aber auch sportlich veranlagt, zudem bin ich in einer Turnhalle aufgewachsen. Ballsport, Tanz und Turnen gehörten zur Tagesordnung. Wenn für dich ein Spaziergang schon ausreicht, ist das supergut und völlig ausreichend! Renne nicht irgendetwas nach, was nicht zu dir passt.

STRESS & TRAUMA: Eine Östrogendominanz hat viel mit chronischem Stress zu tun. Wenn der Körper (seitdem er auf der Welt ist) in toxischen Beziehungen ist, und immer im Überlebensmodus ist, dann entstehen chronische Entzündungen. Eine Östrogendominanz befeuert dann also auch die Endo-Herde und kann bei der Menstruation für übermäßig starke Blutungen sorgen. Denn Östrogen wirkt als Wachstumshormon für Gewebe (Schwellung und Zellteilung) und sorgt für das Wachstum von Gebärmutter und Gebärmutterschleimhaut (vgl. Trost, Katia: Wegen aus der Hormonfalle, S. 82).

„Bei diesen Prozessen [peritoneale Endometriose] werden die roten [aktiven Endo-] Herde umgewandelt in schwarze und schließlich inaktive Herde, die über Jahre in einen Dornröschenschlaf fallen können. Und wie Dornröschen können sie leider auch wieder wach geküsst und aktiviert werden – sehr wahrscheinlich von einem Prinzen mit dem schönen Namen ‚Östrogendominanz‘. Es ist ein Zustand, in dem mehr Östrogen als der Gegenspieler Progesteron im Körper vorhanden ist. In diesen hormonellen Dysbalancen gerät man zum Beispiel oft nach Absetzen von Hormonpräparaten oder Anfang der Wechseljahre, so dass die Endometriose in diesen Zeiten besonders gerne wieder aufblüht.“ (Liel, Martina: Nicht ohne meine Wärmflasche, S. 36)

Daher komme ich nicht drum herum, Trauma-Therapie zu machen und stetig zu schauen, ob es mir zur Zeit ausreichend gut geht oder ob ich auf Dauer etwas ändern muss.
Gesunde Beziehungen (zu mir selbst! und zu anderen), eine Arbeit die mich wenn überhaupt nur positiv stresst, genügend Ich-Zeit, genügend Ruhepausen.

HORMONE: Das System im Körper ist hochkomplex. Nebennieren und Schilddrüse spielen eine große Rolle. In den Nebennieren werden Stresshormone hergestellt, die ausgeschüttet werden, wenn der Körper im ständigen Überlebensmodus ist. Das sorgt dafür, dass andere wichtige Funktionen aussetzen: Verdauung, Verarbeitung und Herstellung von wichtigen Hormonen, z. B. in der Schilddrüse. Daher nehme ich Jod zu mir, um die Schilddrüse zusätzliche zu unterstützen. Und Vitamin-D3, um meine Nebennieren zu unterstützen.

YINYANG
Weibliche Anteile in mirMännliche Anteile in mir
Progesteron das Chill-HormonÖstrogen das Stress-Hormon
RuheAktivierung
Fähigkeit zu trauernFähigkeit wütend zu sein
EntspannungStress
ParasympathikusSympathikus
LebenÜberleben
emotionalrational

Es ist alles eine Frage der BALANCE! Alles wird gebraucht. Nur wenn du dauerhaft zu viel auf eine Seite bist, dann bist du im Ungleichgewicht. Und Trauma hängt viel damit zusammen. Bist du zu viel in der Trauer/depressiv und zu wenig wütend, um dich selbst zu ermächtigen? Oder bist zu zu viel in der Wut/aggressiv und gestehst dir deinen Schmerz und deine Trauer nicht zu?

Ich konnte lange nur Wut, was mir oft auch geholfen hat, mich aus unguten Situationen zu befreien! Bis ich dann durch die Therapie gelernt habe, was es für mich heißt, zu trauern. Manchmal überschattet die Wut die Trauer, manchmal überschattet die Trauer die Wut. Ziel ist es, beides angemessen zum Ausdruck zu bringen, es zu erkennen, es zu fühlen.

Das alles hier ist eine Mischung aus Selbsterfahrung, eigene Buchrecherche und professioneller Hilfe von Außen (ohne Gewähr!). Die professionelle Hilfe von Außen ist wichtig! Macht nichts auf eigene Faust. Schaut, dass ihr euch ein gutes Expert:innen-Team zusammensucht, das mit dir und deinen Bedürfnissen übereinstimmt, denn jeder Körper und jedes Trauma ist anders.

Ich helfe dir gerne beim Aufbau deines Expert:innen-Teams! Traumasensible Starthilfe zur Aktivierung deiner Selbstheilungskräfte! Du entscheidest, wen und was du zur Genesung brauchst. Lerne deine emotionalen Trigger zu erkennen, um dir dementsprechend ein wohlwollendes Expert:innen-Team aufzubauen!

Dazu empfehle ich nochmals den Podcast von Kathie Kleff. In ihrem Podcast „get happy“ ist sie im Gespräch mit Prof. Dr. Dr. Christian Schubert, ein (Achtung, Zungenbrecher!) Psychoneuroimmunologe. In dem Podcast wird sehr gut deutlich, wie alles miteinander zusammenhängt und wie darauf im Gesundheitssystem eingegangen werden sollte.

Nervensystem, Hormonsystem, Immunsystem. Ein hochkomplexes System, was sich unmittelbar und mittelbar beeinflusst und bedingt.

#traumsensibel

Ja, nun, was genau ist eigentlich traumasensibel? Lange war es mir schon wichtig ohne dafür einen Namen gefunden zu haben. Bis ich dann angefangen habe mich mit Verena König zu beschäftigen. Sie hat ein tolles Buch heraus gebracht „Bin ich traumatisiert?„, ein Podcast mit wirklich wertvollen Beiträgen und nicht zu vergessen die Fortbildung die sie anbietet. Sie bietet eine Fortbildung für traumasensibles Coaching an und es ist sooo wichtig, dass es so etwas gibt.

Nach eigenen Erfahrungen und nach den unzähligen Erfahrungsberichten meiner Klient:innen wünsche ich mir, dass ALLE und jede:r im Gesundheitssystem so eine Ausbildung machen/macht. Und ich meine wirklich alle, denn mit diesen allen habe ich täglich in meinem hauptberuflichen Job zu tun und ich raufe mir regelmäßig die Haare (ein Wunder, dass ich überhaupt noch soviele Haare habe…): Ärzt:innen, Therapeut:innen, Sachbearbeiter:innen bei Krankenkassen, Versorgungsämtern, Rentenversicherung, Agentur für Arbeit. Das würde es den betroffenen Menschen soviel leichter machen.

Natürlich raufe ich mir nicht bei allen die Haare. Ich erlebe auch wirklich tolle Zusammenarbeit und Kooperationen, eben genauso wie es sein soll! Wäre das nicht, würde ich diesen Job auch nicht so gerne machen. Nur leider kommt das viel zu selten in diesem riesen System vor.

Aber wie schon im letzten Artikel erwähnt: Wir können nicht darauf warten, dass sich das Gesundheitssystem schlagartig verändert, dazu ist es viel zu starr. Wir können nur das System ändern, indem wir uns selbst verändern. Deswegen bleibt mir nichts anderes übrig, als darüber aufzuklären, Empfehlungen von Expert:innen auszusprechen und GENAU: Euch dabei zu helfen einen besseren Umgang mit all dem zu finden.

Traumasensibel bedeutet für mich auch, alle beteiligten Systeme mit in Betracht zu ziehen. Ich hatte ja schonmal das biopsychosoziale Modell erwähnt. Würde bedeuten, euer behandelnder Arzt nimmt sich viel Zeit, um dich, deine Umstände und dein Umfeld kennenzulernen, um daraus dann die richtigen Therapien für dich zu empfehlen oder umzusetzen. Dazu würde auch gehören, dass er weiß und sich merkt, dass du schon viele übergriffige und schlechte Erfahrungen gemacht hast, um sich demnach sensibel auf dich und deine Bedürfnisse anzupassen. Klingt wie ein Träumchen, oder?

Manche machen es. Vielen ist es ein Anliegen. Nur leider wird es nicht in das Gesamtsystem integriert. Die meisten Ärzt:innen/Therapeut:innen, die darauf großen Wert legen, bietet ihre Dienstleistungen irgendwann nur noch privat an, weil es das Kassensystem gar nicht zulässt, dass Ärzt:innen sich wirklich Zeit nehmen. Und das ist wirklich traurig! Ich denke, es ist immer etwas veränderbar. Auch in diesem System. Aber eben nur gaaaaanz langsam. Und soviel Zeit haben wir nicht, weil zu viele zu sehr leiden und nicht wissen warum.

Dazu empfehle ich übrigens auch noch einen Podcast von Kathie Kleff, sie arbeitet eng mit Verena König zusammen, beide (vor allem auch zusammen im Podcasts) sehr empfehlenswert. In ihrem Podcast „get happy“ ist sie im Gespräch mit Prof. Dr. Dr. Christian Schubert, ein (Achtung, Zungenbrecher!) Psychoneuroimmunologe. In dem Podcast wird sehr gut deutlich, wie alles miteinander zusammenhängt und wie darauf im Gesundheitssystem eingegangen werden sollte.

Nervensystem, Hormonsystem, Immunsystem. Ein hochkomplexes System, was sich unmittelbar und mittelbar beeinflusst und bedingt.. Daher kann man auch chronische Entzündungserkrankungen oder auch Autoimmunerkrankungen nicht ohne eine traumatherapeutische Perspektive betrachten. Kein Hokuspokus. Wissenschaftlich belegt. Schauen nur zu wenige hin.

Wie würde bei dir ein traumsensibler Arztbesuch aussehen?

Wie würde bei dir eine traumasensible Therapiesitzung aussehen?

Auch Therapeut:innen kennen sich teilweise zu wenig aus: die sehen dich da sitzen. Wie immer siehst du stark und fit aus, bist halt im Überlebensmodus. Die Selbstschutzmauern hochgefahren, bloß nicht verletzlich zeigen, weil dann könnte ich ja wirklich wieder verletzt werden, ist ja auch allzu oft und immer wieder passiert. Dann lachst du noch, erzählst deine Geschichte so kompetent, dass man glaubt: „Ach, die braucht keine Hilfe, die hat das ja wie immer im Griff.“

Nein. Du musst nicht immer alles im Griff haben. Und nein, du musst nicht immer alles alleine schaffen!

Jaja, das Schicksal der trauamtisierten Kinder? Nein! Das ist kein Umstand an den du dich gewöhnen musst. Du kannst das ändern, mit traumatherapeutischer Hilfe: Deine Systeme so umprogrammieren, dass du lernst, dich zu öffnen, aber eben nur bei denen, die auch wirklich keine Gefahr für dich darstellen. Es ist nur ohne Hilfe sehr schwierig, das zu ändern, das kenne ich aus eigener Erfahrung. Daher melde dich gerne, wenn du mit mir arbeiten möchtest.

Ich sehe meine Arbeit als traumasensible STARTHILFE! Mit meiner Hilfe kannst du einen Grundstein dafür legen, sodass du fortan in der Lage bist, dich und deine Bedürfnisse zu definieren und genau da herausgehend dir dein Expert:innen-Team neu aufbaust oder umbaust.

Ich werde euch demnächst erzählen, wie mein Expert:innen-Team mittlerweile aussieht und ich sage euch: Es sieht gut aus! 🙂 Keine Negativ-Erfahrungen mehr! Ohne im Lotto gewonnen zu haben. Und genau das wünsche ich dir auch!

Was ist das mit den Diagnosen und wer ist eigentlich Paul??

Du bekommst eine Diagnose und es ist eine Mischmasch aus Erleichterung und Panik, richtig? Und dann gibts da plötzlich Menschen, die meinen zu wissen, was dir nun gut tut. Klar, du bist wahrscheinlich kein Arzt/keine Ärztin, also bist du schon auf Expert:innen angewiesen. Aber es kommt auch immer darauf an, WIE mit dir umgegangen wird und welchen Umgang du zulässt oder auch nicht zulässt.

Je größer das Leid, desto länger meistens schon der Weg hin zur Besserung. Beiziehungsweise zur HOFFNUNG auf Besserung. Besser wird’s meistens erstmal nicht. Weil was passiert in der Realität meistens? Du rennst von einer Ärztin zum nächsten, Diagnosen und Medikamente werden nur so humhergeschmissen und nach 10 Minuten verlässt du das Zimmer mit mehr Fragen als vorher? Kenn ich.

Mein Weg war wie im vorherigen Artikel schon beschrieben der Trotz-Weg: dann mache ich es halt alleine. So soll es aber eigentlich nicht sein. Andere Wege, die ich bei anderen erlebt hab, war der wie eben beschrieben. Es schockiert mich und es macht mich sprachlos, wie unbewusst starke Medikamente verschrieben und OP’s empfohlen werden. Starke und schon auch gewaltvolle Eingriffe in Seele, Geist und Körper. Gestern warst du noch beim Urologen, der dir zu einer bestimmten Therapie rät. Heute bist du bei der Gynäkologin, die dir von genau dieser Therapie abrät. Ja, supergeil, und jetzt?

Am Ende geht es darum was DU brauchst, um für dich entsprechend zu heilen. Es kann sein, dass eine andere Frau* die gleiche Diagnose und die gleichen Symptome hat wie du, aber ihr zwei ganz unterschiedliche Bedürfnisse habt. Die eine fühlt sich wohler mit der Pille, du rennst nur schreiend weg, wenn du das Wort Pille nur hörst. Deswegen geht es darum zu schauen, was du brauchst und wo und bei wem du diesbezüglich die ausreichende Unterstützung bekommst.

Diese Idee steckt ja hinter den zertifizierten Endometriose-Zentren. Was ich super finde! Aber ganz generell kommt mir das Thema Traumaheilung/Behandlung auch da immer noch zu kurz. Da muss man schon Glück haben, um auf genau die Ärztin zu stoßen, die ausgerechnet in diesem Bereich Ahnung hat und dich auch diesbezüglich gut beraten kann. Und dann muss es eine Ärztin/ein Arzt sein, mit dem die Chemie stimmt. Und das ist auch nicht immer der Fall.

Du kannst tausend Therapien und Medikamente durchlaufen und einnehmen, sie werden dir aber nicht helfen, wenn du davon nicht wirklich überzeugt bist. Aus Unwissen und Überforderung hören wir gerne darauf, was die uns raten. Entscheiden müssen wir letztendlich aber immer selbst.

Diagnosen sind ganz schön kniffelig. Letztenendes sind sie auch nur ein KONSTRUKT. Was meint die damit, KONSTRUKT? So ein sperriges Wort, was ich in meinem Studium gelernt hab. Habe ich gerne als Antwort auf eine Frage von Dozent:innen benutzt, wenn ich nicht wusste, was ich sagen sollte. Das kam als Arbeiterkind in der akademischen Welt des Öfteren vor 😉 Am Ende ist immer alles ein Konstrukt. Erfunden. Geprägt von dem Menschen, der dir die Diagnose gibt. Geprägt von der Gesellschaft in der wir Leben. Geprägt von der Beziehung die du zu der diagnosestellenden Person führst.

Eine interessante Perspektive ist das Thema Leid. Woran leidest du bei der Diagnose mehr? An der wirklichen Diagnose, oder an dem Umgang mit der Diagnose? Eine tolle Freundin von mir ist HIV positiv. Sie leidet unter der Erkrankung herzlich wenig, weil sie medikamentös gut eingestellt ist und kaum Nebenwirkungen hat. Am meisten LEIDET sie aber unter den Reaktionen und der Diskriminierung aus ihrem Umfeld/aus der Gesellschaft. Manchmal macht das Umfeld dich mit Diagnosen kränker, als du dich eigentlich fühlst.

Manchmal aber hilft dir die Diagnose auch, mehr Raum für dich einzunehmen. Was sagt die Diagnose, wenn sie mit dir sprechen könnten? Wofür sorgen deine Symptome? Dass du mehr gesehen wirst? Dass du dir Ruhe rausnehmen kannst? Dass du NEIN sagen darfst? Kein Vorwurf! Du bist nicht Schuld an deiner Diagnose!! Aber du darfst dich heute und jetzt dafür entscheiden, Verantwortung für dich, deinen Körper und deine Diagnose zu übernehmen. Und dabei kann ich dich unterstützen, wenn du möchtest.

Ich möchte sowohl dabei helfen, dass du gesunde Beziehungen zu deinem Expert:innen-Team aufbaust, also auch dabei helfen, dir aufzuzeigen, warum du dazu neigst, immer wieder die gleichen Pappenheimer zu erwischen. Oft steckt da nämlich ein Muster hinter. Ein Beziehungsmuster, was du in deiner Vergangenheit gelernt hast. Völlig menschlich, dass man sich gewohnte Menschen sucht bzw. diese Menschen anzieht. Wenn sie aber toxisch sind und dir nicht gut tun, dann kannst du auch nicht heilen. Du kannst nicht in dem System heilen, indem du krank geworden bist. Genaueres dazu, was Bindungstrauma und Endometriose miteinander zu tun haben, wirst du demnächst hier erfahren.

Ein systemischer Grundgedanke ist, dass du nicht das System/das Außen ändern kannst, sondern nur dich selbst! Nur du kannst dich ändern und dann ändert sich auch das System. Wir können nicht darauf warten, bis sich das Gesundheitssystem verändert. Wenn ich das gemacht hätte, würde ich heute noch mit maximalen Schmerzen hier sitzen und nicht weiterwissen. Ich kann nur für mich schauen: Was brauche ich von diesem Gesundheitssystem und wo kann ich mir ggf. zusätzliche Unterstützung holen.

Ja und wer ist nun dieser Paul? Und warum bringen mir seine Rat-Schläge nix?

Und warum ich das Endo-Pferd von hinten aufgezäumt habe…

Moin ihr Lieben, HALLO (Endo)-SISTERS!

Obwohl Endometriose nicht die vermeintliche Frauenerkrankung ist, wie sie es immer von den meisten Ärzt:innen dargestellt wird, ist es für mich trotzdem feministisch. Und ich beziehe die Endo für mich persönlich auch auf die Gebärmutter, da dort bei mir das meiste Leid saß. Und weil die Weiblichkeit immer auch ein wunderschönes Msyterium ist, was ja die Endo bekanntlich auch ist.

Deswegen spreche ich hiermit alle Frauen* an und auch alle die sich als solche betiteln. Denn Frauen im Allgemeinen haben weiterhin Schwierigkeiten in der Gesellschaft und im Gesundheitssystem ernst genommen zu werden. Gesehen zu werden. Mit allem was dazu gehört.

In meiner aktueller hauptberuflichen Tätigkeit arbeiten wir mit dem bio-psychosozialem Modell. Heißt, wir schauen uns nicht nur die vorhandenen Diagnosen an. Wir schauen auch, in welchem Umfeld die Person mit der Diagnose sich befindet. Und was das Umfeld mit der Diagnose macht. Bzw. was die Diagnose vielleicht auch für eine Funktion für das Umfeld und die betroffene Person hat. Manchmal habe ich das Gefühl, dass wir dort alles auffangen, was bei den Ärzt:in-Besuchen zu kurz kommt:

Nämlich ein traumasensibler und ganzheitlicher Umgang mit mit der Person und ihrer Erkrankung. Ganz viel Zeit! Zum Fragen stellen. Zum Hinterfragen. Zum Gesehen-Werden. Zum andere Perspektiven aufzeigen. Wir schauen über den Tellerrand. Schauen uns ALLE Diagnosen an die da sind. Schauen, wie die sich gegenseitig beeinflussen. Was auch oft von den Ärzt:innen nicht gesehen wird.

Meine ganz persönliche Erfahrung war ähnlich. Die Endo-Gäng wird es kennen: Ich habe einen Termin bei meiner Frauenärztin und kippe vor Schmerzen und Blut- und Eisenverlust fast vom Stuhl. Mit der Bitte, eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zu kriegen, weil ich nicht arbeiten kann. Und das Einzige was sie sagt ist: „Stellen Sie sich nicht so an, Menstruationsschmerzen sind normal.“ JA, HERZLICHEN DANK auch! Danke für’s Gespräch. Die AU Bescheinigung habe ich natürlich NICHT bekommen. Und auf meine angesprochene Vermutung hin Endometriose zu haben, winkt sie nur ab und sagt, dass das bei mir nicht der Fall ist, ohne mich richtig zu untersuchen. Und lässt mich gehen. ZACK. Da stand ich also. Auf mich allein gestellt.

Das war wohl der Tiefpunkt meiner Endo-Karriere, wohlbemerkt ohne zu wissen, dass ich Endo habe!

Nun gut. Und diese Erlebnisse lassen mein inneres Kind zu dem alten und ungesunden Glaubenssatz verleiten (man stelle sich ein kleines trotziges Mädchen vor, was sich im Supermarkt auf den Boden legt und rumschreit, weil es nicht das Eis bekommt, was es möchte): „Gut, dann mache ich das jetzt halt alleine. Ich kann mich eh auf niemanden verlassen. Also schlage ich mich – mal wieder – alleine durch.“

Gesagt, getan.

Ich bin ein Nerd. Ein Psychologie-Nerd. Folge des ganzen Desasters: Mein Bücherregal steht voll. Von medizinisch, über psychologisch bis spirituell. Mit dem Fazit, dass ich mittlerweile symptomfrei bin. Ohne Hormontherapie. Ohne OP. Weil wie denn auch, ich bin seither nicht mehr zum Arzt gegangen. Bzw. bin ich immer zu Kontrollterminen gegangen, aber auch da wurde weiterhin nichts ertastet.

Ein fast schon witziger Fakt: Aufgrund von depressiven Verstimmungen hatte ich mich vor 8 Jahren endlich und voll entschlossen dazu entschieden, die Pille abzusetzen. Und ich bin dankbar, dabei geblieben zu sein. Das hat zwar die ganzen Symptome bis auf Schärfste eskalieren lassen. Aber ohne all diese Erfahrungen, wäre ich nicht da, wo ich heute stehe.

Trotz, dass der ganze Prozess eine Menge Tränen, Zeit, Energie, Geld und Disziplin (ich mag das Wort nicht, aber es stimmt) gekostet hat. Traumatherapie, Hypnose, Hormonmassage, tägliches Luna-Yoga. Keine Ernährungsumstellung! Weil da mein inneres trotziges Kind richtig schnell reagiert und sagt: SAG MIR NICHT, WAS ICH ZU ESSEN HABE.

Symptomfrei sitze ich also wieder bei meiner neuen coolen Frauenärztin auf dem Stuhl. Schon mit dem unwohligen Gefühl, wieder auf diesen Stuhl zu müssen. Wieder diese kalten Untersuchungswerkzeuge in meiner Vulva. Bis meine Frauenärztin einen Herd im Douglas-Raum ertastet und fragt, ob ich zu starke Blutungen und Schmerzen habe. Ich sage: „Nee, hat sich alles aufgelöst, weil bla bla bla“. Und sie sagt: Sollten wir auf Endometriose testen lassen, das klingt alles sehr danach! Und ich falle aus allen Wolken. Das war eine Mischung aus: Erleichterung, Panik und Angst. Angst, davor jetzt ein Fass aufzumachen, was vielleicht gar nicht mehr aufgemacht werden muss?

Interessanterweise haben sich dadurch die Symptome kurzfristig wieder gemeldet. Vor allem nach der Untersuchung hatte ich eine Woche lange Schmerzen.

Das Buch „Endometriose und Psyche“ von Martina Liel habe ich deshalb innerhalb einer Woche verschlungen. Weil es genau das zusammenfasst, was ich in den letzten Jahren meiner Selbstrecherche und meines Heilungsweges erfahren habe: Aktive Herde lassen sich in den allermeisten Fällen mit der Psyche, den Traumata und den Beziehungen verknüpfen, in denen wir uns befinden. Und sie können inaktiv werden (symptomfrei), wenn man auch in die psychotherapeutische Ecke schaut.

Egal, wie dein Weg ist und war: Alles ist richtig und jede:r in seinem:ihrem Tempo. Meine Geschichte ist nur eine von Vielen. Und ich möchte euch nichts aufzwingen. Ob Hormontherapie oder nicht, ob OP’s oder nicht. Das spielt keine Rolle! Aber meine Erfahrungen (sowohl beruflich, als auch privat) und meine Expertise als systemische Therapeutin können dir helfen, eine neue und andere Perspektive anzusehen.

You’re very WELCOME, feel free to contact me! 🙂